Die principal agency theorie von reinhard selten
Reinhard Selten war Verhaltensökonom. Er erhielt den Nobelpreis, weil er eine unbequeme Wahrheit in Worte gefasst hat:
„Der Auftraggeber bekommt nie ganz das, was er will. Der Agent hat eigene Interessen.“
Eigentlich meinte Selten damit Unternehmen.
Zum Beispiel: Ein Chef (der Principal) gibt einen Auftrag. Der Mitarbeiter (der Agent) führt ihn aus. Aber nicht ganz so, wie der Chef es sich gedacht hat. Weil der Mitarbeiter – bewusst oder unbewusst – eigene Ziele verfolgt.
Und jetzt wird’s spannend: Selten sagt, in uns selbst läuft es genauso. In dir sitzt ein innerer Principal – und viele kleine Agenten
Der Principal ist dein Verstand.
Der Teil in dir, der Pläne macht. Neujahrsvorsätze. Ziele.
Der sagt: „Ab morgen wird alles anders.“
Doch dann übernehmen die Agenten. Kleine, impulsive Programme in deinem Kopf. Und die denken ganz anders. Ein Agent regiert immer nur für 10 Minuten.
Er fragt sich nicht:
„Was ist morgen gut für mich?“
Sondern:
„Was fühlt sich jetzt gut an?“
Und deshalb flüstert er dir zu:
„Nur kurz Instagram.“
„Heute nicht laufen – morgen ist auch noch ein Tag.“
„Komm, ein bisschen Schokolade schadet nicht.“
Dein Verstand ist der Planer
Er macht Ziele, To-do-Listen, Neujahrsvorsätze.
Er will das Beste für dich – langfristig.
Deine Agenten denken anders
Sie handeln impulsiv.
Sie wollen, dass es sich jetzt gut anfühlt.
Ein Agent regiert ca 10 Minuten
Und in diesen 10 Minuten will er alles rausholen:
Genuss, Dopamin, Sofakomfort.
Erschaffe neue Agenten
Du brauchst innere Figuren, die in deinem Sinne handeln.
